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Leonardo da Vinci

 

Leonardo da Vinci ist ein italienischer Maler, Architekt, Bildhauer, Mechaniker und Naturphilosoph.

Er ist am 15. April 1452 in Anchiano (bei Vinci) geboren. Sein Name kommt von einem Kastell in der Nähe von Emboli (bei Florenz in der Toskana).

Zu seiner Herkunft und seinem Werdegang

Da Vinci Eltern waren ein Notar und eine Magd. Er hatte insgesamt 16 Halbgeschwister die von früheren und späteren Ehen seiner Eltern stammen. Ab 1457 lebte er vorwiegend bei seinem Vater und verbrachte seine Jugend in Florenz. Durch sein frühes Interesse an Musik und weiterer Kunst nahm der Künstler Andrea del Verrocchio ihn in sein Atelier auf. Natürlich war die Aufnahme Leonardos auch den Kontakten des Vaters zu verdanken.

Bei Verrocchio hatte da Vinci das Glück von einem der bedeutsamsten Bildhauern von Florenz zu lernen. Von 1470 bis etwa 1477 lernte und arbeitete da Vinci mit weiteren Lehrlingen wie Perugino, Domenico Ghirlandaio und Lorenzo di Credi.

Es war damals üblich, dass die Lehrlinge ihrem Meister bei der Anfertigung der Kunstwerke

helfen. Das erste Kunstwerk bei dem da Vinci seinem Meister geholfen hat war „Tobias und der Engel„. Dies war zwischen 1470 und 1475.

Im Alter von etwa 20 Jahren hatte Leonardo seine Lehrzeit abgeschlossen, arbeitete jedoch weiter in Verrocchios Werkstatt. In dieser Zeit hat Leonardo auf dem Bild „Die Taufe Christi“ den kneifenden Engel geschaffen. Bis heute erkennt man in manchen Bilder Charakteristiken die von da Vinci stammen, lange wurde deshalb über Urheberanteile gestritten.

Seit 1472 findet man da Vinci’s Name in der Malergilde von Florenz, die sogenannten Listen der Sankt Lukas-Gilde. Leonardo fühlte sich so wohl, dass er 10 weitere Jahre i

n Florenz blieb und unter anderem mit Sandro Botticelli und Perugino Werke erschaffen hat. Sein Wesen galt als offen und freundlich.

Sein Leben als Künstler

Wie viele andere Künstler war Leonardo etwas anders. 1476 wurde er wegen Sodomie angeklagt. Dieser Begriff stand damals auch für Homosexualität. Er habe anscheinend sexuellen Kontakt mit einem 17-jährigen Prostituierten Jacopo Santarelli gehabt. Dieser Vorwurf konnte jedoch nicht bestätigt werden und da Vinci wurde freigesprochen.

Von Anfang an begann Leonardo seine Gedanken in ein Notizbuch zu schreiben (Codici). Hieraus erkennt man, dass er sich von den anderen Renaissancekünstler abgehoben hat. Ihm hat es nicht gereicht die Kunst der Antike wieder auferleben zu lassen. Leonardo fühlte sich als Schüler der von der Natur berufen sei. Sein Ziel war es die Schönheiten der Natur im Zusammenspiel mit der des Menschen zu zeigen. Leonardo hat dies in seinen Werken durch merkwürdige Hügel, bewegendes Wasser, seltene Fauna und Flora sowie ungewöhnliche Erscheinungsbilder von Menschen erkennbar gemacht. Das früheste aufgegriffene Werk war die „Arnolandschaft“ die am 5. August 1473 in Florenz entdeckt wurde. In seinem Notizbuch hielt er dies wie auch viele Pflanzen- und Tierstudien fest.

Im Jahre 1477 hat der Stadtherr von Florenz Lorenzo il Magnifico (1449-1492) ihn entdeckt. So entstanden Porträts und Marienbilder. 1481 hat da Vinci einen großen Auftrag des Augustinerklosters San Donato a Scopeto (Florenz). Hierfür zeichnete er Skizzen zum Beispiel „Die Anbetung der Heiligen Drei Könige„. 1481 hat da Vinci eine Stellung am Hof der Sforza, bei dem Herzog von Mailand erlangt.

Seine Wanderjahre

1499 verließen Leonardo und sein Freund Luca Parioli Mailand. Ihr Reiseziel war Venedig. Da Vinci bot sein Können als Ingenieur an und wollte so seine Kriegsmaschinen vorstellen. Unter anderem hat er einen Taucheranzug für den Kampf unter Wasser vorgestellt. Sein Können wurde jedoch nicht erkannt und er bekam keine Anstellung. Deshalb zog er weiter Richtung Mantua, hier wurde er von der Herzogin Isabella Gonzaga empfangen. Seinerzeit war sie eine der kultiviertesten Damen dieser Zeit. Er hatte ihr versprochen ein Porträt anzufertigen. Heute können Sie eine Kreidezeichnung im Louvre in Paris finden.

Im April 1500 zog es die zwei Freunde Da Vinci und Parioli nach Florenz. Nach der Schreckensherrschaft unter Savonarola wurde es wieder eine Republik. Leonardo fand im Kloster Annunziata einen Unterschlupf. Dafür verpflichtete er sich jedoch ein Altarbild für die Basilika des Klosters anzufertigen. Da Vinci hat dieses Projekt scheinen lassen und es verging ein Jahr, ohne dass etwas geschah. Er hatte sich in der Zeit mehr dem Ingenieurwesen gewidmet als der Malerei. 1501 brachte er endlich einen Entwurf des Altarbildes auf einem Karton vor. Dieses wurde vor Publikum in Florenz vorgestellt. Zu sehen war die Jungfrau, die sich verbeugt während sie auf dem Schoß der Heiligend Anna sitzt, um ihr Kind festzuhalten, welches halb aus ihren Armen entflohen ist, weil es mit einem Lamm auf dem Boden spielen wollte. Dieses Werk wurde von der Allgemeinheit gelobt. Dennoch vollendete Leonardo es nicht. Die Mönche des Annunziata Klosters vergaben den Auftrag weiter an Filipino Lippi, der während der Vollendung starb. Vollendet hat es Perugino. Erst zwischen 1506 bis 1516 kam Leonardo noch einmal um das Bild zu vervollständigen. Auch dieses Werk ist heute im Louvre in Paris zu sehen.

Leonardo bemühte sich um weitere Aufträge in Florenz. Vom Gonfaloniere Piero Soderini bekam da Vinci einen zur freien Verfügung gestellten Marmorblock, um ihn durch seine Hand zu verfeinern. Leonardo nutzt dieses Angebot jedoch nicht. Aus genau diesem Block gestaltete Michelangelo nur drei Jahre später seinen David. Es dauerte nicht lang, da erhielt Leonardo einen Auftrag vom französischen Hof. 1501 sollte er ein Madonnenbild gestalten. „Die Madonna mit dem Spindel“ kam dabei heraus. Seine hauptsächlichen Interessen blieben jedoch bei technischen und wissenschaftlichen Herausforderungen. Deshalb suchte er in diesem Bereich nach einem fürstlichen Auftraggeber, der ihm dies ermöglichen könnte.

Der Herzog von Valentino, Cesare Borgias bot ihm im Frühjahr 1502 eine Stelle an. Leonardo wurde zu obersten Ingenieur ernannt und reist von Mai 1502 bis März 1503 in Mittelitalien umher. Auf dieser Reise lernte er auch Nicollo Machiavelli kennen. Leonardo verließ den Herzog und kehrte in seine Heimat nach Florenz zurück.

Dort angelangt wartetet schon der nächste Auftrag auf Leonardo. Er sollte auf die Initiative von Machiavelli und Piero Soderini ein großes Gemälde einer Schlacht anfertigen das, die Wände des Ratssaales im Palazzo della Signoria verschönern sollte. Das Thema das Gemäldes war der Sieg der Florentiner über die Mailänder in der Nähe der Brücke bei Anghari (Tibertal). In diesem selben Saal hatte auch Michelangelo den Auftrag ein Schlachtbild zu erschaffen.

So fand sich Leonardo in einem Zwiespalt. Zum einen wollte er keine Gewaltverherrlichung malen, zum anderen fühlte er sich aber unter Druck gesetzt, denn sein Rivale Michelangelo sollte sein Kunstwerk direkt neben sein eigenes malen. Leonardo arbeitete unermüdlich an seiner neuen Aufgabe in der Sala del Papa in Santa Maria Novella. Innerhalb kürzester Zeit (1504-1505) war der Entwurf fertig gestellt. Als beide zur selben Zeit ausgestellt wurden, Leonardos und auch Michelangelos Werk wurden beide hoch gelobt. Sogar die damaligen Studenten nahmen sich diese Werke zum Beispiel.

Leonardos Ziel Michelangelo zu übertrumpfen war ihm so wichtig, dass er eine neue Technik ausprobieren wollte. Er hatte es zuvor in der Sala del Papa ausprobiert. Die Technik bestand darin, dass die Farbe auf einem speziellen präparierten Untergrund aufgetragen werden sollte. Diese Farbe wie auch der Untergrund wurde mit Wärme miteinander verbunden. Nach dieser Etappe sollte Hitze angewendet werden, die sich aber ungleichmäßig auf die Fläche ausgeweitet hatte. Der obere Teil des Bildes wurde durch das verlaufen der Farbe zerstört oder die Farbe schuppte sich von der Wand. So verfiel das gesamte Bild und wurde später übermalt. Kunsthistoriker vermuten bis heute, dass das Gemälde hinter einer geheimen Wand noch vorhanden ist.

Mona Lisa

Nun widmete sich Leonardo seinem wohl bekanntesten Werk, der Mona Lisa. Von 1503 bis 1506 schon arbeitete er an dem Porträt. Man weiss bis heute nicht genau wer die Frau ist. Man sagt sie sei die neapolitanische Hausfrau Monna Lisa del Giocondo. Sie war die Frau des Francesco di Bartolommeo di Zanobi del Giocondo. Diese Lisa Gherardini soll ein einzigartiges Lächeln und einen rätselhaften Charme besessen haben von der Leonardo besessen war. Er ließ während den Sitzungen auch Musik spielen. Bis an seinem Lebensende konnte sich da Vinci nicht von diesem Bild trennen. Eine andere Theorie bezüglich der Person auf dem Bild ist, dass Giuliano di Lorenzo de‘ Medici den Auftrag des Porträts an Leonardo gestellt hat, wo er seine idealisierte Mutter darstellen soll. Andere behaupten es handle sich hier um den heimlichen Geliebten von Leonardo Salaj. (War Leonardo homosexuell? War die Anklage in frühen Jahren doch berechtigt?) Demnach stellt die Mona Lisa einen Mann auf dem Porträt dar. Die Theorie wurde vom ersten Biographen Leonardos unterstützt (Giorgio Vasari), dieser erstellte die These des Anagramms „Mon Salai“. (zu deutsch: Mein Salai) Seit 1804 können Sie die Mona Lisa im Louvre inParis sehen. Dort hängt das Gemälde hinter Panzerglas. Man versucht sie nach dem Anschlag von 1956, so gut es geht zu schützen. Trotz der Pflege und des Schutzes ist ihre Farbe schon seit Jahren verblast.

Der französische Hof

Im Jahre 1504, genauer am 9. Juli, erlebte Leonardo einen Schicksalsschlag. Sein Vater verstarb in Florenz. Nur zwei Jahre später verstarb auch sein Onkel. Dadurch kam ein Rechtsstreit zwischen Leonardo, seinem Cousin und auch seinen Halbgeschwistern auf. Doch er hatte auch Glück. Der französische Hof bot ihm eine Stelle als Hofmaler an, die er auch annahm. Zeitgleich war er auch leitender Ingenieur in Mailand. Ludwig XII wie auch Marshall von Chaumont bewunderten Leonardo. („unseren lieben und viel geliebten Leonardo„) Besonders Leonardos Organisationstalent wurde durch den Adel geschätzt. Da Vinci hat regelmäßig königliche Feste ausgerichtet, er hatte das Vertrauen beider so sehr gewonnen, dass er in seiner wissenschaftlichen Forschung und auch in seinen anatomischen Studien frei war. Seine Arbeit wurde damals von dem berühmten Anatomie-Professor von Pavia, Marcantonio della Torre begleitet.

Nach dem plötzlichen Tod des Mäzen Charles d’Ambroise im Jahre 1511, reiste der inzwischen sechzig jährige Leonardo nach Vaprio d’Adda. Es wird vermutet, dass er dort ein Selbstporträt in der Biblioteca Reale in Turin angefertigt hat. („Kopf eines bärtigen Mannes„)

Da Vinci letzten Jahre

1513 wurde Leonardo vom jüngeren Bruder des derzeitigen Papstes nach Rom berufen. Giuliano di Lorenzo de’Medici hatte ihm im Belvedere des Vatikans untergebracht. Zu Leonardos freue traf er dort alte Bekannte wie Donato Bramante und Sodoma wieder. Da Vinci bezog sein eigenes Atelier mit einem Assistenten. Dieser Assistent wurde vom Papst selbst beauftragt, denn dieser hegte keinerlei Sympathie für Da Vinci, und lies ihn so überwachen. Diese etwas ungemütliche Situation wurde nicht besser. Der Papst hatte seine Lieblings Künstler. Diese waren der weitaus jüngere Raffael und Michelangelo. Sie hatten es so weit geschafft, dass sie sich in der Sixtinischen Kapelle verewigen durften.

Sogar die Anhänger der Künstler waren rivalisiert. Raffael sah Leonardo trotzdem noch als sein großes Vorbild. Seine Zeit in Italien war jedoch wieder begrenzt, im Sommer 1515 starb Giuliano.

Leonardo wurde zu dieser Zeit dem neuen französischen König, Franz I vorgestellt. Dieser war begeistert und verstand sich mit Leonardo sehr gut. So bekam er wieder eine Einladung. Leonardo packte seine Sachen und nahm seine liebsten Kunstwerke mit. Die „Mona Lisa„, „Johannes“ und „Anna selbdritt„. Auch seine Schüler Salai und FrancescoMelzi begleitenden ihn nach Frankreich.

Johannes der Täufer

Sein neues Heim wurde das Schloss Clou Lucé in Amboise. Da Vinci hatte die Ehre des öfteren Besuchs des Königs und seinem Hofs. Franz I meinte sogar, dass das Wissen Leonardos über jeglichem Wissen anderer Sterblicher steht.

1519, genauer, am Osterabend selbst,  verfasste Leonardo sein Testament. Er wollte in einer Zeremonie bestattet werden in welcher sechzig arme Männer fackeln tragen und ihm im St. Floristin Friedhof die letzte Ehre erweisen.

In seinen letzten Stunden auf dem Totenbett wollte sich Leonardo bekehren. Er wurde von der Kirche beschuldigt magische Künste zu betreiben. Er starb am 2. Mai 1519, kurz nachdem er die Sakramente in der Kirche empfangen hatte.

 

 

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